Senioren und Verkehrssicherheit – Landesverkehrswacht diskutiert neue Ansätze der Prävention

Kategorie: Pressemitteilungen

Die Landesverkehrswacht NRW rät allen Verkehrsteilnehmern, regelmäßig ihre Sehfähigkeit testen zu lassen

Gütersloh, 8. Mai 2014. Die Diskussion über Senioren im Straßenverkehr wird intensiv geführt, entbehrt aber häufig einer vorherigen sachlichen Analyse der Situation. Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch ist zu befürchten, dass beim Thema Straßenverkehr parallel zur fortschreitenden Alterung der Gesellschaft eine Frontstellung zwischen Jung und Alt entstehen könnte, die einer Problemanalyse und möglichen Lösungen im Weg steht.
Daher beschäftigt sich die Landesverkehrswacht NRW auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung mit dem Tagungsmotto "Senioren im Focus der Verkehrssicherheit". Im fachlichen Teil werden den Teilnehmern aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft vorgestellt. Auf der morgigen Hauptversammlung im Konferenzzentrum der Bertelsmann SE & Co. KGaA in Gütersloh, die NRW-Verkehrsminister Michael Groschek mit einer Ansprache zum Tagungsmotto eröffnet, werden Prof. Dr. Georg Rudinger und Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus O. Rompe zum Thema ältere Verkehrsteilnehmer referieren. Prof. Dr. Rudinger wird der Frage nachgehen, ob ältere Verkehrsteilnehmer eher gefährdet oder gefährlich sind. Intelligente Fahrzeugtechnik für ältere Autofahrer, die die Unfallrisiken dieser Zielgruppe minimieren soll, ist das Thema von Prof. Dr.-Ing. Rompe.
Auch die 65 NRW-Verkehrswachten stellen sich zunehmend auf die wachsende Gruppe der älteren Verkehrsteilnehmer ein. "Ob beim Fahrsicherheitstraining mit dem PKW, beim Training mit dem Rad oder Rollator - die Nachfrage nach Verkehrssicherheitsangeboten für Senioren wächst", betont Heinz Hardt, Präsident der Landesverkehrswacht NRW. "Die Landesverkehrswacht hat darauf reagiert, indem sie den örtlichen Verkehrswachten beispielsweise Fortbildungen zum Thema Rollator und Verkehrssicherheit anbietet. Auch das neue Programm 'Fit mit dem Fahrrad' ist speziell auf die Zielgruppe der Senioren ausgerichtet."
Die Teilnehmerzahlen an den etablierten Verkehrssicherheitsprogrammen für Senioren wie "mobil bleiben, aber sicher" und "sicher mobil" sind im Vorjahr ebenfalls deutlich angestiegen (um rund 4.500 Teilnehmer auf 25.710 bzw. um rund 1.000 auf 5.917).
Neben präventiven Maßnahmen, die das Verhalten der Verkehrsteilnehmer schulen, sowie der Nutzung technischer Hilfen zur Kompensation von körperlichen Defiziten sieht die Landesverkehrswacht NRW aber jeden Verkehrsteilnehmer in der Pflicht, die eigene Verkehrstüchtigkeit zu überprüfen. Besonders die Sehkraft ist für die Teilnahme am Straßenverkehr von Bedeutung. Messungen der Landesverkehrswacht haben ergeben, dass mit fortschreitendem Alter die Fehlsichtigkeit zunimmt (siehe Anlage).
In Deutschland sollte daher mit der europäischen Regelung, laut der alle 15 Jahre die Fahrerlaubnis erneuert werden muss, ein vom Alter unabhängiger obligatorischer Sehtest eingeführt werden. Die Landesverkehrswacht begrüßt, dass auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalens diese Forderung aufgegriffen hat.

Die 65 Verkehrswachten in NRW leisteten im Jahr 2013 101.852 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Das sind rund 10% mehr als im Vorjahr. Ein Großteil der Arbeit entfiel auf Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit von Kindergarten- und Schulkindern, jungen Erwachsenen und Senioren.