Angebote für Schülerinnen und Schüler

Sichere Wege für Schulanfänger

In diesem Jahr machten sich in NRW ca. 155.000 Erstklässler auf den Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Der Weg vom Elternhaus zur Schule ist häufig die erste Abnabelung von den Eltern, der erste Weg eigenständiger Mobilität. Er ist allerdings auch mit Gefahren verbunden und sollte vor der Einschulung mehrfach gemeinsam geübt werden. Es empfiehlt sich, einen einfachen Schulweg mindestens vier Mal, einen schwierigeren und längeren mindestens zehn Mal gemeinsam zurückzulegen. Auch sollte auf helle, reflektierende Kleidung geachtet werden. Weitere Tipps zur Vorbereitung auf den Schulweg finden Sie hier:

Elternratgeber

Tipps zur Vorbereitung auf den Schulstart

An vielen Schulen des Landes sind Schulwegepläne erhältlich, die den sichersten Weg zur Schule aufzeigen. Fragen Sie die Schulleitung nach einem Plan.
Falls Sie weitere Informationen benötigen, können Sie beim Verkehrsministerium NRW die Broschüre ’Orientierungshilfen für die Schulwegsicherung‘ herunterladen oder kostenfrei bestellen (www.mbwsv.nrw.de).

An der Henri-Dunant-Schule in Düsseldorf weihten (v.l., hinten) LVW-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und die LVW-Vizepräsidenten Werner Hartmann und Klaus Voussem eine Hol- und Bringzone ein. Die erste Nutzerin Christine Bartsch verabschiedet Sohn Julian.
„Elternhaltestellen“ gegen Verkehrschaos vor Schulen


In den vergangenen Jahren hat sich der Hol- und Bringverkehr vor Schulen deutlich erhöht. Immer mehr Erziehungsberechtigte bringen ihre Kinder mit dem Auto – weil sie sie vor den Gefahren des Straßenverkehrs schützen wollen, weil sie zu weit von der Schule entfernt wohnen, um zu Fuß zu gehen, oder weil es schlicht bequem ist und an einem hektischen Morgen Zeit spart.

Dabei ist es für Kinder entscheidend, dass sie zu Fuß als Verkehrsteilnehmer ihre Erfahrungen sammeln. Auf dem Schulweg lernen sie, Geschwindigkeiten und Entfernungen von Fahrzeugen richtig einzuschätzen, das räumliche Vorstellungsvermögen insgesamt und auch die Wahrnehmung von Zeit werden verbessert. Auf den Schulwegen lernen die Kinder Verkehrsregeln und sie lernen Verkehrsschilder und -einrichtungen kennen.
All diese Kenntnisse und Fähigkeiten sind wichtig, damit die Kinder selbstständig und sicher Wege zu Fuß gehen können. Auch steigt mit jedem allein zurückgelegten Weg das Selbstbewusstsein der Erstklässlerinnen und Erstklässler. Nach einem zu Fuß zurück gelegten Schulweg haben die Kinder die letzte Müdigkeit abgeschüttelt, Sauerstoff getankt und sich bewegt. Nun können sie konzentriert in den Schultag starten.

Und noch ein Aspekt ist von Bedeutung: Kinder, die von klein auf an das Auto gewöhnt sind, werden es auch im Erwachsenenalter als die selbstverständliche Mobilitätsform begreifen. Wem hingegen von den Eltern als Kind das Zu-Fuß-Gehen, das Radfahren und die Nutzung von Bus und Bahn nahe gebracht bekommen wurde, wird im Erwachsenenalter diese gesundheitsfördernden und umweltschonenden Fortbewegungsmöglichkeiten eher in Erwägung ziehen.

Dem stehen Nachteile bei der Autonutzung gegenüber. Neben dem Umweltaspekt nimmt mit jeder Fahrt die Verkehrsdichte zu. Vor den Schulen bildet sich vielerorts ein allmorgendliches Verkehrschaos, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto abliefern. Denn die Infrastruktur der meisten Schulen ist nicht für ein hohes Verkehrsaufkommen ausgelegt, es fehlt der Raum für Parkplätze. An- und abfahrende PKW gefährden diejenigen Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen.

Auch diejenigen Eltern, die nicht auf das Auto verzichten können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihre Kinder „laufen zu lassen“. Sie sollten ihre Kinder in einiger Entfernung zur Schule aus dem Wagen lassen. So können sie die letzten Meter zu Fuß gehen und es entsteht kein Stau vor dem Schulgebäude. Dabei sollten die Erziehungsberechtigten aber darauf achtem, dass das Kind immer zur Bürgersteigseite aussteigt. Auch muss das Kind während der gesamten Autofahrt, und sei sie noch so kurz, korrekt gesichert sein.

Die Landesverkehrswacht NRW hat zum Schuljahr 2015/16 eine Initiative gestartet, um Grundschulen mit so genannten „Elternhaltestellen“ auszustatten. Dabei werden in Zusammenarbeit von Schule, Polizei, örtlicher Verkehrswacht und lokaler Verkehrsbehörde im Umfeld von Schulen nach geeigneten Orten gesucht, an denen eine Hol- und Bringzone eingerichtet werden kann. Diese werden dann mit einem Schild gekennzeichnet. Von dort aus können die Kinder zu Fuß zur Schule, während die Eltern sich auf den Rückweg machen können.

Eine kurze Zusammenfassung, wie man sich als generell als autofahrende Eltern verhalten soll, finden sie hier.


An der Haltestelle des ’Walking bus‘ treffen sich die Schülerinnen und Schüler, um gemeinsam zur Schule zu laufen
’Walking bus‘: Die Alternative zur täglichen Autofahrt

Die Situation ist bekannt: Eltern, die ihre Kinder sicher zur Schule bringen wollen, bringen sie mit dem Auto. Und erhöhen damit selbst die Verkehrsdichte im Schulumfeld.
Als Alternative bietet sich der ’Walking bus‘ an, eine Idee, die ursprünglich aus Großbritannien kommt. Dabei treffen sich die Kinder mit dem selben Schulweg an vorab festgelegten Punkten und laufen unter der Aufsicht von ein, zwei Eltern gemeinsam zur Schule. Im Unterschied zum Auto sind die Kinder so bereits vor dem Unterricht körperlich aktiv, schütteln an der frischen Luft die letzte Müdigkeit ab und sind somit bestens auf den Unterricht vorbereitet. Darüber hinaus lernen sie auf ihrem Schulweg, sich sicher im Verkehr zu bewegen. Außerdem wird mit dem ’Walking bus‘ das Verkehrsaufkommen im Schulumfeld deutlich reduziert.

Das Schulministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW eine Broschüre mit Informationen und Materialien zum Thema aufgelegt. Sie kann auf der Homepage vom Netzwerk Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen herunter geladen werden.

Sicher zur Schule und zurück: Schülerlotsen und Schulbusbegleitung

Seit 60 Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen Schülerlotsen. Die Erfolgsgeschichte begann im Jahre 1953, als man sich aufgrund steigender Motorisierung zur Übernahme des in anderen Ländern, wie den USA, bereits etablierten Modells entschied. Seither gab es auf Wegen, die von den Lotsen gesichert wurden, keinen nennenswerten Unfall.

Vom ersten Tag an unterstützten die Verkehrswachten die Schülerlotsen, die heute offiziell Verkehrshelfer heißen. So werden die ehrenamtlich Helfer über die Verkehrswachten mit Signalwesten und Kellen ausgestattet. Der Schülerlotsendienst selbst wird durch die Schulen eingerichtet, die Ausbildung von der Polizei durchgeführt. Schüler werden jedoch nicht nur von Schülern gelotst: Oft sind es die Eltern oder Großeltern, die den Schulweg absichern. Denn Schülerlotse kann man erst mit 13 Jahren werden und somit können an Grundschulen den Dienst nur externe Schüler oder eben die Angehörigen der Kinder versehen. In 2015 waren in Nordrhein-Westfalen daher neben den 1.740 Schülerinnen und Schülern auch 1.920 Erwachsene als Verkehrshelfer im Einsatz.
Neben den 3.660 Schülerlotsen sorgten auch 866 Schulbusbegleiter für einen sicheren Weg zur Schule. In der Summe sicherten in 2015 damit 4.526 Ehrenamtliche die Schulwege in Nordrhein-Westfalen.

Wer selbst als Schülerlotse aktiv werden will, wendet sich an die entsprechende Schule.

Schule und Verkehrssicherheit

Die Verkehrswachten in NRW setzen sich dafür ein, dass junge Lehrer in Sachen Verkehrssicherheit fortgebildet werden und ältere Kollegen ihr Wissen in Seminaren auffrischen und erweitern. Auch soll Verkehrssicherheit ins Bildungsangebot der offenen Ganztagsschulen (Ogata) integriert werden.

Um die Sicherheit von Schulkindern zu verbessern, wird von den Verkehrswachten ein doppelter Ansatz verfolgt: Zum einen müssen andere Verkehrsteilnehmer dazu angehalten werden, ihnen gegenüber erhöhte Vorsicht und Geduld zu üben. Zum anderen müssen Kinder möglichst frühzeitig auf die Gefahren des Straßenverkehrs hingewiesen und durch Einübung richtigen Verhaltens zu souveränen Verkehrsteilnehmern erzogen werden.

Mit Aktionen zum Schulbeginn oder der Arbeit der Schülerlotsen wird den anderen Verkehrsteilnehmern die besondere Stellung von Kindern vor Augen geführt. Bei schulischen Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit oder der Radfahrausbildung erlernen Kinder richtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Fahrradhelm macht Schule

Unter dem Titel „Fahrradhelm macht Schule“ startete am 6. Mai 2010 eine bundesweite Gemeinschaftsaktion des Deutsche Verkehrswacht e.V., der Zurich Versicherung, der ABUS KG, der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung und der 3M Deutschland GmbH. Die Aktion richtet sich an alle 20.000 Grund- und Förderschulen in Deutschland. Die Initiatoren der Aktion weisen gemeinsam auf die Bedeutung des Fahrradhelms hin und möchten bereits die jüngsten Verkehrsteilnehmer und ihre Familien für das Thema sensibilisieren.

Experten schätzen, dass bis zu 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen von Radfahrern unter anderem durch das Tragen eines Helmes vermieden werden könnten. Die Initiatoren der Aktion streben an, dass in den dritten und vierten Klassen der Grund- und Förderschulen zeitgleich zur Radverkehrsausbildung Fahrradhelme und Sicherheit Thema einer Unterrichtsstunde sind. Dazu erhielten alle 25.000 Grund- und Förderschulen in Deutschland Anfang Mai kostenloses Unterrichtsund Informationsmaterial. Die Aktion vefügt auch über eine eigene Internetpräsenz unter www.fahrradhelm-macht-schule.de

Sie bietet viele Hintergrundinformationen zum Thema und die Möglichkeit über den Blog oder soziale Netzwerke (z. B. Facebook, youtube oder Twitter) Meinungen, Tipps und Aktivitäten zur Aktion bekannt zu machen. Durch einen Elternbogen sollen laut Walter Dehn, Geschäftsführer des Verkehrswacht Medien & Service-Centers, Mütter und Väter in die Aktion „Fahrradhelm macht Schule“ einbezogen werden.

Die Radfahrausbildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrserziehung in den Klassen 3 und 4. Während Lehrer und Polizei die Ausbildung übernehmen...
...sorgen die Verkehrswachten für die Ausstattung mit Materialien. Um das theoretische Wissen abzufragen, werden Testbögen eingesetzt, die vom NRW-Verkehrsministerium und vom TüV Rheinland finanziert und von den Verkehrswachten verteilt werden. Im Bild mit Testbogen: Staatssekretär Gunther Adler vom NRW-Verkehrsministerium (re.) und Prof. Dr. Jürgen Braukmann, Unternehmensbereichsleiter Mobilität vom TÜV Rheinland
Radfahrausbildung

Kinder, die das Radfahren erlernen, erweitern auch ihre Erlebniswelt. Auf den Wegen, die sie mit dem Fahrrad zurücklegen, geraten sie aber auch in neue, teils gefährliche Verkehrssituationen. Um darauf vorbereitet zu sein, also den Kindern entsprechende Verhaltensregeln mitzugeben, ist das Radfahrtraining unerlässlich. Wie in vielen anderen Lebensbereichen spielt die Schule dabei eine entscheidende Rolle. Hier können die Kinder im geschützten Raum Fähigkeiten und Kenntnisse erlernen, die ihnen helfen, sich zu souveränen Teilnehmern des Straßenverkehrs zu entwickeln.

Seit vielen Jahren unterstützen die Verkehrswachten Lehrkräfte, Verkehrsberater der Polizei sowie Schülerinnen und Schüler mit Materialien, die über das richtige Verhalten auf dem Zweirad informieren. So werden Lernkontrollziel-Bögen für den Radfahrunterricht von den Verkehrswachten an Schulen ausgehändigt oder bei Veranstaltungen eingesetzt. Die Herstellung der Bögen wurde zuletzt mit Hilfe von TÜV Rheinland und dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Neben der Ausbildung an den Schulen sind es besonders die Jugendverkehrsschulen, die sich als Anlaufstelle für Kinder etabliert haben, die das Fahrradfahren erlernen wollen. Die Schulen werden von der Landesverkehrswacht unterstützt, die sich auch im vergangenen Jahr erfolgreich um Sponsoren bemüht hat. So steuerte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in 2015 erneut Mittel bei, um die materielle Ausstattung der Jugendverkehrschulen sicherzustellen.

Die Anzahl der an den Jugendverkehrsschulen in NRW verfügbaren Fahrrädern lag in 2015 bei 1.234. Für Kinder von weiterführenden Schulen standen darüber hinaus 180 Mofas zur Verfügung.

Die Adressen der Jugendverkehrsschule in ihrer Nähe erfragen Sie bitte bei ihrer Verkehrswacht.