Angebote für junge Fahrer

Selbst bestimmen, wo es lang geht

Das lange Warten ist vorbei. Der Führerschein steckt in der Brieftasche, endlich kann man sich frei bewegen. Schon vergessen ist die Zeit, als man noch den letzten Bus erwischen musste, um von der Party nach Hause zu kommen. Mit der neuen Mobilität hat sich das ganze Leben verändert: Mit dem Auto, Scooter oder Motorrad kann man endlich selbst bestimmen, wo es lang geht.

Doch mit der größeren Unabhängigkeit wächst auch die Verantwortung – für sich und andere. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In NRW verunglückten in 2015 12.719 junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Auch bei den Getötetenzahlen (83) liegen die jungen Erwachsenen im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil leider ganz vorn. Überhöhte Geschwindigkeit, riskante Fahrweise, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluß gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Und die Auswirkungen verschlimmern sich noch, wenn der Gurt nicht angelegt war.

Die Verkehrswachten in NRW sind daher besonders darum bemüht, mit Aktionen zur Aufklärung beizutragen. Für die 18- bis 24-Jährigen gibt es viele Aktionen, Angebote und Veranstaltungen.

Aktion junge Fahrer

Die Arbeit vieler Verkehrswachten konzentriert sich stark auf die Aufklärung junger Verkehrsteilnehmer. Einen wesentlichen Bestandteil bildet dabei das Zielgruppenprogramm „Aktion Junge Fahrer”, das bereits seit 1984 durchgeführt wird.

Mit 206 Maßnahmen wurden im Jahr 2015 113.285 junge Menschen erreicht. Die Aktionen der örtlichen Verkehrswachten finden in der Regel in Freizeiteinrichtungen der Zielgruppe oder in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen oder Betrieben statt. Zumeist werden dabei erlebnisorientierte Testgeräte und Simulatoren verwendet. So konnten die Jugendlichen Crash-Tests miterleben oder an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen. Auch Seh- und Reaktionstestgeräte oder Gurtschlitten kamen zum Einsatz.

Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie auf der Homepage der Deutschen Verkehrswacht.

In NRW leben ca. 1,5 Mio. Menschen zwischen 18 und 24 Jahren. Da sie die höchste Verunglücktenhäufigkeit aufweisen, liegt bei diesen Verkehrsteilnehmern ein Schwerpunkt der Verkehrswachtarbeit
Aufklärung junger Verkehrsteilnehmer

Da die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen in den Unfallstatistiken Jahr für Jahr einen traurigen Spitzenplatz einnimmt, ist es den Verkehrswachten ein besonderes Anliegen, frühzeitig auf die kommende Auto- und Motorradfahrergeneration einzuwirken. Bei der Verkehrserziehung an weiterführenden Schulen spielen dabei die sogenannten Richtervorträge eine entscheidende Rolle. Richter, Staats-, Amts- und Rechtsanwälte erläutern den Heranwachsenden die juristische Sicht auf den Themenbereich Verkehr.
Im Jahr 2015 wurden 340 Richtervorträge gehalten, die sich 6.638 Jugendliche anhörten. Möglich wurden die Vorträge nur durch die finanzielle Unterstützung des NRW-Verkehrsministeriums, das Engagement der Richter und Anwälte sowie die organisatorische Leistungen, die die Verkehrswachten erbrachten. Die Landesverkehrswacht bedankt sich bei allen Beteiligten für die erfolgreiche Arbeit. Mit den Schulungen für jugendliche Verkehrssünder verfügen die Verkehrswachten auch über ein Mittel, auf die straffällig gewordenen Heranwachsenden Einfluss zu nehmen. Ähnlich wie bei den Richtervorträgen werden den Jugendlichen dabei die rechtlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen ihres verkehrswidrigen Verhaltens vor Augen geführt. Insgesamt wurden in 2015 mit 78 Schulungen 808 junge Verkehrssünder erreicht.

Aktion Landstraße


Auch wenn sie als solche nicht wahrgenommen werden, sind Landstraßen die gefährlichsten Straßen in Deutschland. 20 Prozent der Verkehrsunfälle ereignen sich dort, viele mit tödlichem Ausgang. Am meisten gefährdet sind junge Pkw-Fahrer bis 25 Jahre, die dort Gas geben und aufdrehen. Oftmals sind Alkohol und Drogen im Spiel, gerade nach Partys und Diskobesuchen.

"Sei clever, riskier nichts!"

44 Prozent aller Verkehrstoten in NRW kamen im Jahr 2015 auf der Landstraße ums Leben. Die Unfallursachen sind vielfältig: Nicht angepasste Geschwindigkeit, Abkommen von der Fahrbahn und Fehler beim Überholen sind die häufigsten. Nach einem Diskobesuch unterschätzen Jugendliche die eigenen Müdigkeit, setzen sich trotz Alkohol- oder Drogenkonsum ans Steuer oder wollen ihre Fahrkünste unter Beweis stellen. Motorradfahrer fühlen sich auf kurvigen Alleen frei, überschätzen aber ihr Fahrkönnen.  

Die Deutsche Verkehrswacht e.V. führt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die "Aktion Landstraße" durch, um für eine angemesse und angepasste Fahrweise zu werben. Unter dem Motto "Sei clever - riskier nichts!" wendet sie sich an junge Erwachsene, um aufzuklären, zum Nachdenken anzuregen und, ganz wichtig: zum Mitmachen zu motivieren! 

Auch wurde ein Musikwettbewerb veranstaltet, dessen Gewinnerbeiträge auf der Hompage der Aktion angeschaut und -gehört werden können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich auf Facebook auszutauschen und eigene Erfahrungen mit anderen Nutzern zu teilen.

Zur Website der Aktion: Bitte auf den Button unten klicken!

Proficheck

Der TÜV Rheinland hat Ende November 2007 die Aktion „Proficheck“ ins Leben gerufen. Dabei werden junge Fahrerinnen und Fahrer dazu aufgerufen, die Sicherheit ihrer PKW kostenlos überprüfen zu lassen. Die in Kooperation mit der Landesverkehrswacht NRW und dem Fahrlehrerverband Nordrhein initiierte Aktion setzt darauf, dass frisch gebackene Führerscheininhaber die Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen nutzen, um ihn bei einer Prüfstelle des TÜV Rheinland auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen.

Mehr als 30 sicherheitsrelevante Prüfpunkte stehen auf der Liste des „Profichecks”. Sie sollen die Entscheidungsgrundlage für den sicheren Autokauf bilden.Den Gutschein für den Proficheck erhalten die Fahrschüler nach erfolgreich bestandener Prüfung.

Tipps für den richtigen Auto-Check und weitere Infos zur Aktion gibt es auf den Seiten des TÜV Rheinland.

Mit dem Proficheck-Gutschein können junge Fahrerinnen und Fahrer die sicherheitsrelevanten Bauteile ihres PKW überprüfen lassen

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