Angebote für Fahrradfahrer

Mit dem Rad sicher unterwegs


Lebenseinstellung, Lifestyle, liebstes Hobby – Für viele Menschen ist Fahrradfahren längst mehr als nur eine Fortbewegungsart. Durch den technischen Fortschritt hat sich das Fahrrad vom Drahtesel zum Hochleistungs-Sportgerät entwickelt. Die heutigen Räder verfügen über moderne Federungstechniken, Antriebssysteme und Bremsen.

 

Doch trotz der technischen Neuerungen, die auch zu einer höheren Verkehrssicherheit beitragen, gehören Fahrradfahrer zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. In 2015 verunglückten 15.597 Fahrradfahrer in NRW, 68 starben. Gegenüber dem Vorjahr ist die Verunglücktenzahl um knapp 3% zurück gegangen; die Getötetenzahl ist gleich geblieben.

Um die eigene Sicherheit zu erhöhen, können Radfahrer diverse Vorkehrungen treffen. Hier einige Tipps und Informationen zum Thema:

  • Benutzen Sie immer einen Fahrradhelm
    Für Kinder ist der lebensrettende Schutz längst selbstverständlich. Doch viele Erwachsene begeben sich weiterhin in Gefahr. Dabei bedenken die wenigsten, dass es nicht nur auf den eigenen Fahrstil ankommt.
  • Halten Sie Ihr Fahrrad in Schuss
    Achten Sie darauf, dass Ihr Fahrrad verkehrstüchtig ist. Besonders die technische Ausstattung wie Beleuchtung, Bremsen und Bereifung sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Viele Fahrradgeschäfte bieten regelmäßige Untersuchungen an.
  • Fahren Sie schon bei Dämmerung mit Licht
    Sehen und gesehen werden – so lautet das überlebenswichtige Motto im dichten Stadtverkehr und auf schlecht beleuchteten Landstraßen. Neben einer einwandfreien Beleuchtungsanlage machen Reflektoren, Sicherheitswesten- und -überwürfe sowie helle Kleidung den Radfahrer bei Dunkelheit „unübersehbar“.
  • Rechnen Sie mit der Unachtsamkeit anderer
    Es ist die klassische Schocksituation für Radfahrer: Bei der Vorbeifahrt an einer Reihe parkender Wagen öffnet sich plötzlich eine Autotür. Jetzt entscheiden Sekunden. Wer mit angemessener Geschwindigkeit unterwegs ist und vorausschauend fährt, wird mehr Chancen haben dem Hindernis auszuweichen als der unachtsame Raser. Diese Verhaltensregel hilft in vielen Gefahrensituationen.
  • Fahren Sie defensiv
    In kritischen Situationen sollte man sich als Fahrradfahrer stets defensiv verhalten - auch wenn man „im Recht“ ist! Den Radfahrer umgibt kein schützendes Metallgehäuse.

Was ein verkehrssicheres Fahrrad ausmacht, erfahren Sie in der DVR-Broschüre ’Das sichere Fahrrad‘, die sie hier herunterladen können:

Mit dem Pedelec sicher unterwegs


Pedelecs erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Verkehrswachten in NRW bieten daher Schnupperkurse an – häufig in Zusammenarbeit mit lokalen Fahrradhändlern. Dabei können sich Neueinsteiger über die Technik und die Handhabung informieren. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Pedelecs und E-Bikes oder S-Pedelecs.
Pedelec erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h und werden daher vom Gesetzgeber als normale Fahrräder eingestuft. S-Pedelecs oder E-Bikes mit Motorunterstützung erreichen dagegen bis zu 45 km/h und werden rechtlich als Kleinkraftrad betrachtet. Sie sind helm- und führerscheinpflichtig.

 

Dagegen müssen Nutzer Pedelecs keinen Helm tragen und können auch den Radweg nutzen. „Doch auch auf diesen Fahrrädern kann man dank Antriebsunterstützung schnell unterwegs sein. Ein Sturz kann ohne Helm schwere Kopfverletzungen bedeuten. Deshalb raten wir allen Pedelec-Fahrern unbedingt einen Helm zu nutzen, um im Fall der Fälle besser geschützt zu sein“, empfiehlt Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht e.V. und Bundesminister a.D.
 
Besonders ältere Pedelec-Fahrer betroffen

Vor allem unerfahrene Nutzer unterschätzen die durch die höhere Geschwindigkeit verlängerten Bremswege. Besonders betroffen von schweren Unfällen sind ältere Verkehrsteilnehmer: Unter den 39 tödlich verunglückten Pedelec-Nutzern 2014 waren 22 Personen über 74 Jahre und zehn zwischen 65 und 74 Jahre alt – nur sieben waren jünger als 65 Jahre.

Sicherheitstipps für Pedelec-Fahrer
Die Deutsche Verkehrswacht hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit Pedelec-Fahrer sicherer unterwegs sind:

1. Tempo anpassen
Für Autofahrer ist es nicht immer leicht zu erkennen, dass jemand auf einem Pedelec unterwegs ist. Pedelec-Nutzer sollten und müssen ihre Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpassen, aber auch die Erwartungshaltung der anderen Verkehrsteilnehmer einbeziehen.

2. Helm tragen
Das Helmtragen ist bei Pedelec-Fahrern besonders zu empfehlen, da bei Stürzen mit hoher Geschwindigkeit sehr hohe Kräfte auf den Kopf einwirken. Obwohl nur wenige Zentimeter dick, schützt ein Helm als Knautschzone und verringert die Aufprallkräfte, die bei einem Sturz auf den Kopf einwirken. So können Radfahrer mit Helm das Risiko von Kopfverletzungen um 42 Prozent reduzieren, wie Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigen. Beim Helmkauf ist vor allem darauf zu achten, dass dieser leicht ist, gut sitzt und ein CE-Zeichen hat.

3.  Bremsen beherrschen
Auch zu starkes, einseitiges Bremsen kann zu Stürzen führen. Bremsen Fahrer zu stark hinten, kann das Pedelec ausbrechen. Bremsen sie zu stark vorne, können sich Fahrer überschlagen oder bei schlechter Traktion seitlich wegrutschen.

Am besten machen sich Anfänger auf einem verkehrsfreien Weg mit den Bremsen ihres Pedelec vertraut. So können sie ihren Bremsweg besser einschätzen und sicherer anhalten. Vorausschauendes Fahren mindert die Notwendigkeit, abrupt bremsen zu müssen.

4. Auf Sichtbarkeit achten
Vorteilhaft ist bequeme und gut sichtbare Kleidung mit reflektierenden Applikationen, das Tragen eines Fahrradhelms mit Reflektoren, Handschuhe mit ausreichender Beweglichkeit der Hände und Finger, leichte Schuhe mit rutschfesten Sohlen sowie Klammern am Hosenbein, um das Einklemmen am Tretlager, der Kette und den Speichen zu vermeiden.

5. Pedelec gut warten
Wichtig ist, Pedelec regelmäßig zu pflegen und zu warten. So ist auf gut aufgepumpte Reifen zu achten. Auf der Reifenflanke kann man dafür den zulässigen Druckbereich ablesen. Bei Schmutz am Akku-Gehäuse empfiehlt sich das Abwischen mit einem feuchten Lappen, Kontakte kann man am besten mit einem trockenen, saugfähigen Tuch reinigen. Auch die Funktionsfähigkeit von Bremse und Licht ist öfter zu kontrollieren. Professionelle Inspektionen sind eine gute Ergänzung.

Aktion „Vorsicht Toter Winkel!“ der Landesverkehrswacht NRW


Mit der Aktion "Vorsicht Toter Winkel!" sollen Radfahrer in der konkreten Verkehrssituation vor den Gefahren gewarnt werden, die von nach rechts abbiegenden LKW, Bussen und anderen Großfahrzeugen ausgehen. Aufkleber, die am Heck und an der rechten Seite der Fahrzeuge angebracht werden, weisen die Radfahrer auf den Toten Winkel hin.

„Vorsicht Toter Winkel!“ wurde als ergänzende Maßnahme zu bereits bestehenden Schulungen konzipiert. Ziel ist es, geschulte sowie ungeschulte Radfahrer für die Gefahr des Toten Winkels zu sensibilisieren. Außerdem sollen die Aufkleber alle Verkehrsteilnehmer, also in der konkreten Verkehrssituation auch Autofahrer und Fußgänger, auf die Tote Winkel-Thematik hinweisen.

Zur Umsetzung der Aktion arbeiten die örtlichen Verkehrswachten mit lokalen Partnern, wie Polizei, Stadt, Gemeinde oder Landkreis und ÖPNV-Unternehmen, zusammen. Neben den Fahrzeugen des ÖPNV sollen die Verkehrswachten auch Speditionen und Logistik-Unternehmen gewinnen, ihre LKW mit den Aufklebern auszustatten.

Mit Hilfe eines offiziellen Pressetermins, an dem Vertreter von allen beteiligten Institutionen und Unternehmen teilnehmen, wird eine breitere Öffentlichkeit über die Medien auf die Tote Winkel-Thematik aufmerksam gemacht werden. Weitere Informationen zur Aktion entnehmen Sie bitte dem Aktionsflyer oder der Website www.vorsicht-toter-winkel.de.

Radverkehrsnetz NRW


Das Radverkehrsnetz NRW verbindet alle Städte und Gemeinden des Landes mit einer einheitlichen Wegweisung für den Radverkehr. Es weist eine Gesamtlänge von ca. 13.800 km auf und umfasst rund 70.000 Schilder. Damit bildet es das Rückgrat der Radwegweisung in NRW.
Seit 2003 wird ein Radroutenplaner im Internet angeboten, mit dem man sich durch Eingabe von Start-, Ziel- und Zwischenpunkten eigene Touren unter verschiedenen Gesichtspunkten zusammenstellen kann. Hierzu gehören beispielsweise touristische Aspekte wie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Land, die topografischen Verhältnisse (durch automatische Erstellung eines Höhenprofils der berechneten Route), Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten (Stichwort "Bett&Bike") oder An- und Abreisemöglichkeiten mit der Bahn (Kennzeichnung der Bahnhöfe und Kopplung mit dem Fahrplanauskunftssystem).
Der Radroutenplaner kann auch als App auf ein Smartphone geladen werden.

 

Mehrheit fährt ohne Fahrradhelm

Leider setzen nur zehn Prozent aller Radfahrer einen Helm auf, bevor sie in die Pedalen treten. Dies hat eine Umfrage der gesetzlichen Unfallkassen ergeben, die im Rahmen der Präventionskampagne „Risiko raus!“ durchgeführt wurde. Allerdings würden 90% aller Radfahrer darauf achten, dass ihre Kinder beim Radfahren einen Helm tragen.

Für eine generelle Helmpflicht sprechen sich 25% der Befragten aus. 27% befürworten eine Helmpflicht, aber nur für Kinder und Jugendliche. 5% plädieren dafür, die lebensrettende Kopfbedeckung außerhalb geschlossener Ortschaften zur Pflicht zu machen, 2% halten dies innerhalb geschlossener Ortschaften für sinnvoll. Eine Mehrheit von 41% lehnt eine Helmpflicht gänzlich ab.
Nähere Informationen finden Sie auf der Hompage von „Risiko raus!“.

Die Landesverkehrswacht NRW setzt sich für eine Helmpflicht für Radfahrer ohne Alters- oder Ortsbeschränkung ein. Leider gilt es gerade unter Jugendlichen als uncool, beim Radfahren einen Helm aufzusetzen. Für diese Altersgruppe wurde von der Präventionskampagne „Risiko raus!“ folgender Videoclip produziert.

FahrRad, aber sicher

Die Verkehrswachten in NRW bieten das DVW-Programm ’FahrRad, aber sicher‘ an. Dabei werden Radfahrern Verhaltensregeln vermittelt, über Unfallrisiken aufgeklärt und praktische Tipps zu Fahrrad und Helm gegeben. Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Homepage der Deutschen Verkehrswacht.